Welche Kleidung sollte das Model anziehen? Welche Accessoires und wie viel ist zu viel? Solche und ähnliche Fragen werden hier so gut wie möglich beantwortet.
Wenn Sie schon meine vorigen Artikel gelesen haben, werden Sie gemerkt haben, dass nicht nur eine gute Körperhaltung und ein perfektes Modell eine wichtige Rolle bei schönen Fotos spielt, sondern auch die Kleidung die das Modell trägt.
Kleidung und Accessoires sollten deswegen immer der Bildaussage entsprechen. Wenn der Fotograf sich also einen Bildaufbau durch den Kopf gehen lässt darf die Kleidung nicht außer Acht gelassen werden. Wenn es sich um klassische Porträtfotos handelt, darf man allerdings nicht übertreiben, denn sonst könnte es passieren, dass die Kleidung, oder der Körperschmuck, in den Vordergrund rückt und das Modell nicht mehr das Hauptmotiv ist. So bekommen die Bilder schnell den Eindruck von Fashion- und Modefotos. Solche Fotos sind meistens unpersönlich und anonym, haben also auch keine charakteristische Bildaussage der porträtierten Person.
Bei Porträtfotos ist es daher immer am authentischsten, wenn das Modell Kleidung trägt, mit denen es sich auch identifizieren kann. Einem 50-Jährigen Herren, kann man also keine Hip-Hop-Klamotten anziehen
. Wenn das Modell sich also unwohl fühlt, wird sich das auch dem Betrachter des fertigen Fotos bemerkbar machen. So ist die Kleidung also auch für jeden Menschen individuell. Kleidung sagt viel über einen Menschen aus, z.B.: über sein Alter, seinen Geschmack, seine Hobbys, seine soziale Schicht und vieles mehr.
Es ist natürlich nicht verboten dem Modell Kleidung anzuziehen, dass es im Alltag vielleicht nicht tragen würde, denn es können auch interessante Bilder entstehen, in denen das Modell in eine andere Rolle schlüpfen kann. Probieren geht eben vor studieren.
Schuhe können z.B. selbst dann wichtig sein, wenn sie nicht mit auf das Foto sollen, denn wenn eine Frau hochhackige Schuhe trägt, wird ihre Körperhaltung automatisch stabiler.Wenn die Schuhe aber auch zu dem geplanten Foto gehören und sie mit auf das Foto sollen, muss darauf geachtet werden, das sie auch zu dem kompletten Outfit passen. Wenn ein Modell z.B. einen Sportler zeigen soll, dürfen natürlich die Sportschuhe nicht fehlen. Gummistiefel würden zu einem Angler passen.
Kleidung muss so gewählt werden, dass sie nicht zu auffällig ist…wenn das Modell also einen knall grünen Pulli trägt, wird er deutlich mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen, als ein grauer Pulli. Vermeiden Sie also auch starke Kontraste wie z.B. rein weiße und rein schwarze Kleidung zusammen in einem Bild, denn das stellt die automatische Belichtungsmessung der Kamera auf eine harte Probe und geht schnell daneben. DIese Regel gilt nicht bei Low-Key, oder High-Key Bildern, denn da ist das “Ausfressen” oder das “Absaufen” der Farben erwünscht.
Schmuck am Körper eines Menschen sagt auch etwas über den Status eines Menschen aus. Ein Ehering, eine edle Designerkette, oder ein Armband aus dem Discounter
alles lässt für sich sprechen und kann auch also Stilmittel auf einem Foto verwendet werden. Schmuck ist ein Hingucker. Uhren betonen z.B. die Hände, Ohrringe und Haarschmuck lenken den Blick ins Gesicht auf die Frisur, betonen den Hals und das Dekolleté. Aber hier ist weniger meistens mehr, denn auch Schmuck lenkt den Blick sehr schnell von dem Hauptmotiv weg.
Bei Brillenträgern ist es immer etwas problematisch. Brillengläser reflektieren das Licht und verdecken somit die Augen, die bei einem Porträt ja der bildwichtigste Teil des Modells sind. Durch ein leichtes heben oder senken des Kopfes, kann diese Spiegelung aber meistens überwunden werden. Brillengläser können die Augen auch vergrößert oder verkleinert aussehen lassen. Deswegen werden Brillenfotos auch gerne ohne Gläser, also nur mit dem Brillenrahmen, gemacht. Kontaktlinsen können aber auch störend wirken. Besonders dann, wenn Kopfporträts gemacht werden, sieht man auf dem Bild schmale Ränder von den Kontaktlinsen.
Bei der Gestaltung der Fotos, sind natürlich keine Grenzen gesetzt.
Ich wünsche euch natürlich viel Spaß beim Ausprobieren und lasst euren Ideen den freien Lauf
Mein nächstes Thema wird “Hintergrund und Umgebung” sein.
Gruß
Danny
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