Wow…lang ist´s her, das ich hier mal einen neuen Beitrag geschrieben haben.
Aber heute ist es wieder so weit
und zwar möchte ich heute ein bisschen etwas zum richtigen Bildaufbau schreiben.
Wer von euch schon meine anderen Artikel gelesen hat, weiß, das es in fast jedem Bild ein Haupt-, und Nebenmotiv und eine Hintergrundebene gibt. Diese Motive sind in einem perfekten Bildaufbau so angeordnet, das sie eine Verbindung zueinander haben und sich so eine interessante Gesamtkomposition ergibt. Wie die Elemente angeordnet werden müssen, ergibt sich aus der Wichtigkeit, der Größe, der Auffälligkeit und dem Informationsgehalt der Elemente.
Das Hauptelement
Das oder sogar die Hauptelemente sollten natürlich bei der Bildgestaltung die Aufmerksamkeit des Betrachters anziehen. Das bedeutet das dieses Element z.B. die größte Fläche des Bildes einnehmen sollte, oder Farbig so auffällig sein sollte, das es die Aufmerksamkeit schon allein dadurch (z.B. durch eine knallige Farbe) auf sich zieht. Das Hauptelement kann auch durch das spielen mit der Tiefenschärfe hervorgehoben werden. Es gibt also so einige Möglichkeiten das Hauptmotiv hervorzuheben.
Das Nebenelement
Das Nebenelement sollte – anders als beim Hauptelement – den Betrachter nicht direkt auf sich aufmerksam machen, sollte aber trotzdem die Bildidee/Bildaussage unterstützen. Am Besten geht das, wenn das Nebenelement ein wenig im Hintergrund bleibt, nicht zu auffällig wird und quasi den Hintergrund füllt. Wenn ein Nebenelement zu sehr auffällt, wird es zu einem Hauptelement.
Die Einteilung der verschiedenen Bildelemente muss für den Betrachter verständlich sein und sollte zu keiner Verwirrung führen, da der Betrachter das Bild sonst schnell als unsympathisch empfindet.
Der Hintergrund
Der Hintergrund ist der Teil des Bildes, der die Fläche hinter den Haupt- und Nebenelementen füllt. Er sollte am Besten so wenig Informationen wie möglich vermitteln. Das bedeutet das er im optimalen Fall unscharf, nicht zu hell und keine auffälligen Farben enthält. Ein nicht aufgeräumtes Zimmer bietet also keine optimale Möglichkeit als Hintergrund. Es sei denn, die Unordnung wird als Stilmittel eingesetzt. Dann ist die Unordnung aber das Nebenelement.
Ein ganz wichtiger Faktor für ein interessantes Bild ist die Bildaufteilung.

Der Goldene Schnitt
Der Goldene Schnitt
Da gibt es den Goldenen Schnitt. Und zwar ist das genau der Punkt im Bild, bei dem sich das längere Stück der Strecke zur ganzen Strecke genauso verhält wie das kürzere Stück zum längeren. Das ergibt ein Verhältnis von 1:1,618 bzw. eine Teilung von etwa 40%:60%. Der Goldene Schnitt ist wissenschaftlich als der Punkt bestätigt worden, den wir Menschen als “am natürlichsten und schönsten” empfinden. Wie im Bild “Der Goldene Schnitt” rechts, zu erkennen ist, findet man genau 4 Schnittpunkte im Bild, an denen man das Motiv platzieren kann. An diesen Schnittpunkten muss das “Bildwichtigste Element” platziert werden. Im Bild sind es z.B. die Augen des Models.

2/3 Regel
Die 2/3 Regel
Da die 4 Schnittpunkte des Goldenen Schnittes beim Fotografieren relativ schwer im Sucher einzuhalten sind, gibt es noch die 2/3 Regel. Dafür teilt man Gedanklich das Sucherbild in 9 gleichgroße Stücke und zieht Waagerecht so wie Senkrecht jeweils 2 Linien (während dem Fotografieren natürlich immer in Gedanken
). Dabei entstehen wieder 4 Schnittpunkte, die im Bild rechts wieder deutlich zu erkennen sind. Das ist natürlich nur die vereinfachte Darstellung, kommt dem Goldenen Schnitt aber schon sehr nahe. Mit einem Foto, das in dieser Einteilung gemacht worden ist, kann man nachher am Pc sehr einfach den richtigen Goldenen Schnitt zuschneiden.
Geometrische Formen
Wenn im Bild, ob im Hintergrund oder als Hauptmotiv, geometrische Formen auftauchen, neigen diese Elemente schnell dazu die Aufmerksamkeit auf sich zu richten, denn der Mensch erkennt gleichmäßige Formen wie Dreiecke, Vierecke, Quadrate, Kreisförmige oder ähnliche Formen, selbst wenn sie unscharf sind, und wird dadurch abgelenkt. Es reicht aber, wenn der Bildausschnitt so gewählt wird, das diese gleichmäßige Form irgendwo kurz unterbrochen ist, und schon wirkt diese Form nicht mehr als Ablenkung. Ein Beispiel: Sie fotografieren in ein Auto rein in dem eine Person sitzt. Wenn das Lenkrad zu sehen ist, wird es die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, zumindest wenn die runde Form erkennbar ist. Um dem entgegen zu wirken könnte die Person im Auto z.B. den Arm auf das Lenkrad legen uns schon ist dieses Problem beseitigt
Aber Vorsicht: Geometrische Formen tauchen viel öfter auf als man denkt! Sie müssen nicht in Form eines Verkehrsschildes oder einer klaren Form vorhanden sein, sondern können z.B. auch entstehen in dem eine Person den Arm so hält, das ein Dreieck, oder eine Raute entsteht. Durch das Zusammenspiel von Linien oder flächige Bildelemente können auf einem 2D-Bild oft Geometrische Formen entstehen ohne das man das bewusst gemacht hat.

natürlicher Rahmen
Rahmen
Zu guter Letzt kann man einem Foto noch einen sogenannten “natürlichen Rahmen” geben. Um den Betrachter in einem bestimmten Bereich des Bildes zu fesseln kann man diesen natürlichen Rahmen nutzen. Wenn eine Person etwa aus einem Fenster guckt ist das Motiv im Bild nochmal eingerahmt. Solche Rahmen können natürlich auch anders gesetzt werden wie man auf dem Bild rechts erkennen kann. Das Strohdach und die beiden Bildränder rahmen das Motiv im Bild nochmal zusätzlich ein und heben das Hauptmotiv nochmals deutlich hervor. Übrigens: Hier bei kann man auch gut sehen das nicht nur geometrische Formen sondern auch Buchstaben, Zahlen und ähnliche Formen, die wir Menschen oft nutzen, sehr schnell in den Vordergrund treten können. Wenn das gewollt ist, ist es nicht schlimm. Aber wenn das nicht gewollt ist, lenkt es einfach unnötig ab.
So ich denke ich habe jetzt genug geschrieben
und hoffe ihr konntet etwas dazu lernen.
Beim nächsten Mal werde ich euch etwas zum Thema “Linienführung in der Fotografie” schreiben.
Ich wünsche euch sonst noch gesegnete Weihnachten und ein frohes und tolles neues Jahr 2011
Gruß Danny
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